Kommunikation: Gedichte, Geschichten und Erinnerungspflege

Kommunikation mit Demenzerkrankten

Menschen mit Demenz brauchen Kommunikation! Hören Sie nie auf mit Demenzerkrankten zu sprechen, auch wenn Ihr betroffener Angehöriger selbst keine Sätze mehr formulieren kann und Sie das Gefühl haben, dass Ihre Worte nicht mehr verstanden werden. Kommunikation ist mehr als Worte. Echte und einfühlsame Kommunikation lebt von nonverbaler Botschaften. Gestik, Mimik, Stimmlage und Körperhaltung drücken Ihre innere Einstellung oft besser aus als jedes gesprochene Wort. Menschen mit Demenz haben meist sehr feine „Antennen“. Sie spüren Ablehnung sofort und sind sensibilisiert für Stimmungen und Atmosphären.

Menschen mit Demenz brauchen das Gefühl dazuzugehören und gebraucht zu werden. Sie möchten nicht wie ein Kind bevormundet, sondern gefragt werden und von ihren reichhaltigen Erfahrungen erzählen. Führen Sie deshalb viele Gespräche über Alltägliches und gehen Sie dabei feinfühlig auf die Sorgen Ihres Angehörigen ein.

Auf der Homepage der Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Kommunikationstechniken mit demenziell Erkrankten unter:

11 Tipps zur besseren Verständigung mit Menschen mit Demenz

Gedichte, Sprichwörter und Geschichten

Viele Demenzerkrankte hören gerne Gedichte und Geschichten. Als pflegender Angehöriger können Sie entweder aus Büchern oder einfach aus der Tageszeitung oder Zeitschriften, die der Demenzkranke früher selbst gerne gelesen hat, vorlesen.

Sorgen Sie dabei zunächst für eine ruhige Umgebung ohne störende Hintergrundgeräusche wie z.B. Radio oder Fernsehen. Wählen Sie kurze, leicht verständliche Texte und achten Sie bei der Textauswahl darauf, dass Sie keine belastenden Themen berühren. Vermeiden Sie dramatische oder furchterregende Erzählungen, die Kriegserinnerungen und Traumata wachrufen oder Ängste schüren. Sehr geeignet sind heitere und humorvolle Geschichten, die vielleicht zur Kindheit oder Jugend Ihres Angehörigen passen. Achten Sie beim Vorlesen auf eine warme und angenehm laute Stimme, und lesen Sie langsam und deutlich. Sprechen Sie anschließend über das Gehörte und stellen Sie interessiert Fragen zum Thema („Hast Du das früher auch so erlebt?“ – „War das in deiner Kindheit auch so?“).

Unsere liebsten Geschichte  –  für Sie vorgelesen!

Sollte Ihnen einmal die Muße zum Vorlesen fehlen:
Ein paar der Lieblingsgeschichten unseres Seniorengarten-Teams finden Sie hier als Audiodateien:

Die folgenden Geschichten werden freundlicherweise von Mal-alt-werden.de zur Verfügung gestellt. Auf www.Mal-alt-werden.de finden Sie viele kostenlose Geschichten, Rätsel und Beschäftigungsideen.

Des Weiteren finden Sie hier unser beliebtes Sprichwörter-Ratespiel und unsere Berufe-Rätsel in Gedichtform als PDF-Datei zum Download und Ausdrucken:

Erinnerungspflege

Wenn sich Menschen mit Demenz an lebensgeschichtliche Ereignisse und Beziehungen erinnern, trägt dies oft sehr zu ihrem Wohlbefinden bei. Gerade die Erinnerung an positive Erlebnisse und wichtige Meilensteine ihres Lebens regt bei vielen Demenzerkrankten die Kommunikation an und tut ihnen gut. Da bei einer Demenz je nach Stadium der Erkrankung das Kurzzeitgedächtnis meist stark beeinträchtigt ist, jedoch weiter zurückliegende Ereignisse noch gut erinnert werden, können die Betroffenen oft noch erstaunlich detailliert aus ihrer Biografie berichten. Dabei wird das Selbstwertgefühl gestärkt und sie spüren so wieder intensiver ihre Identität. Deswegen wird die sogenannte „Erinnerungspflege“ bei vielen Demenzkranken praktiziert.

Als pflegender Angehöriger können Sie diese Erinnerungspflege recht unkompliziert in Unterhaltungen einflechten, indem sie z.B. konkrete Fragen zu zeitgeschichtlichen Ereignissen aus der Kindheit oder Jugend des Demenzerkrankten stellen.

Weitere Tipps zur Umsetzung der Erinnerungspflege:

  • Blättern Sie gemeinsam durch alte Fotoalben, die möglichst nur aus guten Zeiten stammen. Sie können ihren Angehörigen dabei motivieren, Geschichten von früher zu erzählen.
  • Stellen Sie gemeinsam ein Album oder eine Erinnerungskiste zusammen.
  • Da eine Demenzerkrankung besonders das Kurzzeitgedächtnis beeinträchtigt, ist Vorsicht bei neueren Fotos geboten! Sprechen Sie von sich aus den Inhalt aktuellerer Fotos an (z.B. „Ach, sieh mal das Bild von unserem Italienurlaub letztes Jahr!“ – „Da ist ja auch unsere Nachbarin Frau Müller auf dem Bild!“). So vermeiden Sie bei Ihrem erkrankten Familienmitglied das ungute Gefühl etwas nicht mehr zu wissen. Versehen Sie die Fotos evtl. mit Namen, Daten und vielleicht dem jeweiligen Anlass. Ein aktualisiertes Fotoalbum kann so auch immer wieder Grundlage für Gespräche sein und als Orientierungshilfe dienen.

Einige von unserem Seniorengarten-Team zusammengestellte Beispiele zu biografieorientierten Fragen finden Sie als PDF-Datei zum Download hier: